Geschichtliches zum Friedhof - Der jüdische Friedhof in Hausberge

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Geschichtliches zum Friedhof

Der Friedhof in der Literatur (nach Karl-Wilhelm Röhs)

"Gegenüber dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal liegt in Hausberge auf fast gleicher Höhe wie die Statue des Kaisers der alte jüdische Friedhof von Minden."

So beginnt der Aufsatz von Karl-Wilhelm Röhs, der in wenigen Sätzen, aber anschaulich, den jüdischen Friedhof in Hausberge beschreibt. Aber wieso der Friedhof von Minden? Fest steht wohl, dass es auch in Minden ab dem 13. Jahrhundert für die Mindener Juden in Minden einen eigenen Friedhof gab, der jedoch nach den Festungsbauten verschwand, und die jüdische Gemeinde nun außerhalb der Garnisonsstadt Minden ein geeignetes Gelände suchte, das dann auch Anfang des 18. Jahrhunderts in der Stadt Hausberge gefunden wurde. Und so findet man heute den Mindener Teil (westlich zum Denkmal hin) und den kleineren östlichen Teil für die Hausberger jüdischen Mitbürger.

Blick auf den Mindener Teil des Friedhofs und zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Der Friedhof in der Literatur (nach Karl-Wilhelm Röhs)

"Der Friedhof der Mindener Juden bei der Porta Westfalica" - Titel von Röhs

Wann genau der Friedhof an der Kempstraße oberhalb des Rathauses und direkt in östlicher Nachbarschaft zum evangelischen  Friedhof angelegt wurde, ist nicht bekannt. Ein älteres Grabmal nennt in hebräischer Schrift das Todesjahr des Bestatteten 5491, das wäre nach christlicher Zeitrechnung das Jahr 1731. Es war nicht selbstverständlich, einer jüdischen Gemeinde eigenes Gelände zu gewähren; der damalige Stadtrat von Hausberge war dazu bereit, das Gelände als eigenen Friedhof in den Besitz der jüdischen Gemeinde zu übereignen, auf dem sie ihre Toten nach jüdischen Riten begraben konnte. Auch hatten  nun die jüdischen Mitbürger aus Minden und Hausberge hier die Hoffnung auf ewiges Ruherecht ihrer Verstorbenen.


Der Friedhof in der Literatur (nach Karl-Wilhelm Röhs)

"In allernächster Nähe des alten Hausberger (ev.) Friedhofs befindet sich der Friedhof der jüdischen Gemeinde. Hier befinden sich die Gräber in bester Ordnung. In einer Kapelle werden Urnen wohl geordnet und untergebracht. Sie sind mit Namen der Toten geziert."

So zitiert K.-W. Röhs einen Zeitungsbericht aus dem Jahr 1930. Nur drei Jahre später sollte sich der Blick der neuen Machthaber auf jüdische Friedhöfe und jüdisches Leben insgesamt ändern. Gemäß ihrer wahnwitzigen Rassenideologie galten jüdische Friedhöfe jetzt als "Fremdkörper im deutschen Landschaftsraum". Und um "eine Verschandelung der deutschen Heimat zu unterbinden", sollten 1939 die Judenfriedhöfe "aufgelöst und eingeebnet werden". Zum Glück ist dieses absurde Vorhaben hier und sonst auch vielerorts nicht realisiert worden.

 
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